IRISCHE FLĂ–TEN

Einleitung

Die typische irische Flöte ist die Tinwhistle („Blechflöte“). Eine feine, fast unscheinbare Flöte mit lebendig-frischem Klang, die bei keiner irischen oder keltischen Musik fehlen darf.
Sie wird in verschiedenen Tonarten, typisch ist die Tonart D-Dur, gebaut. Anders als bei der Blockflöte wird die Whistle in „offener Griffweise“ gespielt. Das Instrument hat sechs Tonlöcher und einen Tonumfang von 2 Oktaven. Die Tonerzeugung ist relativ leicht, da die Tin Whistle in allen Lagen gut anspricht, das gilt im Besonderen auch für die tieferen Töne.

Obwohl das Design dieses Instruments simpel und unspektakulär ist, ist seine Stimme doch so variantenreich wie die irische Musik selbst. Sie passt sich hervorragend in das Klang- ensemble mit anderen Instrumenten ein. Die musikalischen Einsatzmöglichkeiten sind scheinbar unbegrenzt, ob Reels oder Jigs, rasend schnelle Musikstücke, oder meditativ anmutende Slow Airs, langsame Melodien von ursprünglicher Klangschönheit sind wunderbar auf der Tin Whistle darzustellen.

Die Low Whistle mit ihrem schwermütigen und erdigen Klang hat sich in jüngerer Zeit einen festen Platz in der irischen Musik erobert. Sie ist eine Tin Whistle in tieferer Tonlage. Der tiefere Tonbereich machte eine Vergrößerung der Flöte notwendig. Die Flöte passt hervorragend zu modernen Komponisten wie Davy Spillane, Bill Whelan (Riverdance) oder Maire Breathnach. In geübten Händen spielt sie darüber hinaus auch die traditionelle Musik Irlands.
Die erste Low Whistle wurde von dem englischen Flötenmacher Bernard Overton um 1970 gebaut. Er suchte nach dem gleichen schwermütigen „Sound“ den eine Holz-Querflöte hervorbringen kann, obwohl die Flöte aus Metall und vertikal gebaut ist, so entwickelte er ein eigenständiges Instrument mit besonderem Klang.

Die irische Holz-Querflöte „Irish Concert Flute“ ist eine Weiterentwicklung der barocken Traversflöte. Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die irische Musik adaptiert in dem Beispielsweise durch die Vergrößerung der Tonlöcher ein kräftigerer Ton erreicht wurde, um sich im Ensemble besser durchsetzen zu können.

Für alle irischen Flöten gilt – richtig irisch oder keltisch klingt’s erst mit der entsprechenden Spieltechnik, die, vor allem was die Verzierungen betrifft, vollkommen eigenständig ist.


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